strahlung

strahlung, installative painting, acrylic paint, wood, bruch & dallas, köln, 2019

In den langgezogenen Schaufenstern von Bruch und Dallas spiegelt sich der Ebertplatz und die Passage: das Blau der stillgelegten Rolltreppen, orange Retrofliesen, die dunkelbraunen Fensterrahmen, die harten Kanten der gespiegelten sechseckigen Säulen aus Beton. Die Künstlerin Anja Gerecke verarbeitet die beobachtete Situation und Farben aus der Passage in der installativen Malerei „strahlung“. Wandfüllende rechteckige Farbflächen, direkt auf die Wände in mehreren lasierten Schichten mit Acrylfarbe aufgetragen, strukturieren den Ausstellungsraum neu. Die Farbflächen sind zum Teil untermalt oder überlagern sich, starke Kontraste verstärken den räumlichen Eindruck.
Vor die Tür in der Mitte der Ausstellungswand ist aus Tischlerplatten und Konstruktionsholz (Latten) ein Wandelement gesetzt, das beidseitig mit Acrylfarbe bemalt ist. Ein helles türkisgrün auf der Vorderseite und ein grelles Gelb auf der Innenseite, das durch die offenen Ritzen an der Decke und der Wand reflektiert wird. Durch den Winkel stehen die Holzplatten frei. Die Schräge ahmt die Winkel im Inneren des Ausstellungsraums nach – der 60 Grad Winkel als Innenwinkel des gleichseitigen Sechsecks taucht in der Architektur der Passage immer wieder auf. Dem Flur folgend, kommt man in den hinteren Ausstellungsraum in dem beidseitig mit Acrylfarbe bemalte Holzplatten und Arbeiten auf Papier gezeigt werden. Der Raum verweist mit seiner markanten dreieckigen Nische, in der eine kleinformatige gelbe Holztafel hängt, auf die aussergewöhnliche, das Sechseck permanent wiederholende Architektur der Passage – und auch auf die Innenseite des Wandelements aus Holz im vorderen Raum.

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©Martin Plueddemann, Koeln